Arcor - DSL mit der ganz langen Leitung

 

Eines schönen Tages kommt jeder Surfer der virtuellen Welten in die Versuchung sich von seinem 33 oder gar 56 kb Modem zu trennen, ISDN über Bord zu werfen und sich mit dem Gedanken DSL anzufreunden.
Da der Markt nicht gerade gesättigt von Anbietern ist, bleibt meist nur der Gang zur Telekom oder einigen lokalen Anbietern. Kurzentschlossen wurde Arcor in die engere Wahl geschlossen, warum auch in die Ferne schweifen, wenn das vermeintlich Gute so nah liegt. Ein Anruf bei der Hotline und das mehrfache Nachfragen des Agents woher die Angaben über die Verfügbarkeit des Anschlusses kämen führten zu der Auskunft, dass die Internet Auskünfte auf der eigenen Arcor Homepage nicht als sicher gelten und deshalb noch einmal überprüft werden müssten. Im Handumdrehen kam auch schon ein positiver Befund von der anderen Seite und der interne Hurra Schrei ließ sich nur mit Mühe unterdrücken. In Gedanken schon bald mit Lichtgeschwindigkeit surfen zu können, ließ die Stimme am anderen Ende recht uninteressant werden, Anmerkungen wie Vertrag zusenden und 4 Wochen Wartezeit gingen ganz einfach im Freudentaumel unter.
Einige Tage später, der Postmann klingelte nur einmal, kam der Umschlag mit den so wichtigen Dokumenten an. Der Antrag für den Arcor DSL Anschluss sollte kein wirkliches Hindernis auf dem Weg nach oben in den Überschallraum sein, vorausgefüllt und mit den Kreuzen an den richtigen Stellen konnte sogar ein technisch unversierter die notwendigen Angaben machen ohne sich sein Telefon ganz abzubestellen. Eigentlich ging es bis hierhin doch viel zu einfach, sollte der Arcor Service, der nach Information verschiedener Meinungsbörsen wie Dooyoo oder Ciao eher als schlecht gevotet wurde, ein neues Image aufbauen wollen? Nun ging eine Woche ins Land bis die innere DSL-Stimme zur Warnung aufrief, als erneut ein großer DIN A4 Umschlag mit Arcor Logo in der Post lag. Sollte schon innerhalb einer Woche die Bestätigung gekommen sein und der Breitband Anschluss einen dankbaren Teilnehmer mehr haben?


"Es hat nicht sollen sein" - die Standard Floskel der Fußballer nach einem verloren Spiel, beschreibt annähernd die Enttäuschung als im Umschlag der gleiche Antrag, ebenfalls vorausgefüllt, zu finden war, der bereits vor einer Woche den Postweg beschritten hatte.
Was kann passiert sein? Schlimme Szenarien spielen sich ab, ein furchtbarer Unfall hat den ... - Der Antrag ist wohl irgendwo untergegangen. Die Arcor Hotline hat beim ersten Kontakt so kompetent geholfen, da muss auch jetzt die Lösung zu finden sein. 8 Telefonate später, die bisherigen Ansprechpartner ließen die anfänglich gewürdigte Kompetenz eindeutig vermissen, konnte ein Mensch in der Rechnungsstelle der Arcor AG Essen die Auskunft geben, dass ein Antrag nicht vorhanden ist und es doch ganz sinnvoll wäre noch einen zu schicken. Gesagt getan, ab zum Briefkasten und jetzt sollte es doch klappen.


Als kleine Anmerkung am Rande: Die Anrufe bei Arcor laufen zentral auf und werden umgeroutet nach Essen, Hof und Nürnberg, dabei sind die letzteren beiden Stationen mehr als bloße Auskunfteien nützlich. Wer wirklich ein Anliegen hat sollte sich jemandem in der Essen Geschäftsstelle anvertrauen, da man zumindest dort um eine Lösung des Problems bemüht ist. Nach telefonischer Auskunft eines Arcor Mitarbeiters sind die Probleme mit der Geschäftsstelle Hof bekannt und man solle besser während der Geschäftszeiten anrufen, da man in aller Regel direkt nach Essen geleitet wird. Eine Nachfrage kann hier nicht schaden.


Nach insgesamt 4 Wochen des Wartens, DSL hätte eigentlich schon verfügbar sein sollen, kam ein Anruf mit besorgter Stimmer herein. Am andere Ende der Leitung war ein Mitarbeiter der Arcor AG, der sich nach dem Verbleib des Antrages erkundigte. Meinte er etwa den Antrag, der bereits zwei Mal den Postweg angetreten hatte und noch immer nicht sein Ziel gefunden haben sollte? Mit der Bestätigung das schon zwei aktuelle Versionen unterwegs sein, war das Gespräch recht zügig beendet.
Vom Misstrauen getrieben folgte in der nächsten Woche ein Anruf der Arcor Hotline um den Status des DSL Auftrages zu erfragen. Die Befürchtung bestätigte sich! Weit und breit war kein Antrag vermerkt, der eigentlich direkt nach Erhalt eingescannt wird und 8 bis 10 Tage später eingepflegt und für alle Mitarbeiter sichtbar im System erscheinen sollten. Auch hier kam es dann wieder mal zu einigen Telefonaten bis sich eine Mitarbeiterin in Essen bereit erklärte sich darum zu kümmern wenn denn noch ein Antrag gefaxt würde. Mit einem entsprechenden Vermerk sollte dieses Fax direkt an eine Gruppenleiterin gehen (Name d. Red. bekannt).

Inzwischen sind nun 3 Anträge auf die Reise geschickt worden, 6 Wochen ins Land gegangen, die DSL Leitung wird immer länger und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Getreu dem Motto -hartnäckig bleiben und weiter kümmern- folgten weitere Anrufe bei der Hotline, wie es denn nun mit dem lang herbei gesehnten DSL Anschluss werden würde stand allerdings noch immer in den Sternen. Gute zwei Wochen nachdem der Fax-DSL-Antrag nun sein vermeintlichen Empfänger gefunden haben sollte, konnte die Hotline noch immer keine Auskunft geben.

Es schien fast unmöglich, ein direkt adressiertes Fax an eine Gruppenleiterin ist nicht auffindbar. Gibt es so was wie den Posteingang nicht? Eine weiteres Fax an dieselbe Nummer bestätigte die Vermutung, jedoch hat es auch hier einige Zeit gedauert bis der Posteingang sortiert worden ist. Denn erst eine Woche später, auf den Tag genau, rief eine Arcor Mitarbeiterin an und fragte nach dem heute zugestellten Fax. Zunächst wurde darauf hingewiesen das dieses "heute zugestellte Fax" bereits eine Woche alt ist und man gerne eine Information bezüglich des DSL Anschlusses hätte.
Auf der anderen Seite kam dann ganz unerwartet die Auskunft, dass leider kein Antrag vorliegt und für den DSL Anschluss nun mal ein Antrag vonnöten wäre. Leicht Sprachlosigkeit machte sich breit als die Dame den inzwischen vierten Antrag einforderte, um die Sache dann endlich bearbeiten zu können. Mit dem freundlichen Hinweis das Posteingangskörbchen mal näher zu durchsuchen, es könnten noch verborgene Schätze darin enthalten sein, hat dieses Gespräch dann ein Ende gefunden.

Wie es weiter geht in dem spannenden Mehrteiler "Arcor - DSL mit der ganz langen Leitung " erfahren Sie demnächst, vorrausgesetzt es taucht noch irgendwo ein Antrag auf.

 

(fb)


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